Aus einem 1911 erschienenen Bericht über die Puppenherstellung im thüringischen Städtchen Waltershausen:
"Wenn die Weihnachtszeit herannaht, so denken die Eltern gern daran, womit sie ihren Kindern eine rechte Freude machen können. Sind es Mädchen, denen die treusorgende Mutter unter den Tannenbaum in seinem Lichterglanz Geschenke legen möchte, so wird sie gewiß nie die Puppe vergessen. Aber keines der vielen Tausende von Kindern wird sich vorstellen können, wieviele fleißige Hände sich regen müssen, ehe so ein Wunder zustande kommt. ...
Die Massenfabrikation (von Puppen) verlangte einfache und billige Herstellung. Angefeuchtete Pappe wird mittels Stanzmaschinen zur Herstellung der Puppenkörper, der Füßchen und Händchen verwandt. Letztere müssen aber erst sorgfältig nachgeputzt werden. Da müssen dann in ihren Freistunden die Kinder, die man an warmen Tagen auch überall im Garten, wie auch auf der Straße fleißig bei der Arbeit sehen kann, schon tapfer mithelfen. ...
In den letzten Tagen der Woche wird 'abgeliefert'; hochbepackt zieht der Dörfler in die Stadt, um den Fleiß der Woche nach der Fabrik zu bringen, und frohen Sinnes kommt er abends heim zu seinen Lieben 'auf dem Wald'."
Erschienen ist dieser Bericht in der "Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens". Jahrgang 1911, Band 5, Seite 187ff.
In einer Veröffentlichung des Berlin Museums, das eine große Spielzeugabteilung besitzt, könnt ihr zu dieser (falschen) Vorstellung über die Heimarbeit folgendes lesen:
 
Spielzeug
 
 
 

Kinderarbeit in der Sonneberger
Puppenfabrikation, um 1905

Zurück zum
Thema