"Die soziale Lage der Spielzeugmacher und Lohnarbeiter in den Hausindustrien der deutschsprachigen Gebiete war ab der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts gekennzeichnet durch niedrigste Löhne, Armut und Hunger. Als Folge der Unterernährung litten viele Familien häufig unter Krankheiten.
Da in den Familien jede Arbeitskraft gebraucht wurde, mußten Kinder in den Produktionsprozeß miteingegliedert werden. In zahlreichen Berichten wird angegeben, daß Kinder schon ab dem sechsten Lebensjahr oder sogar ab einem noch früheren Alter schnitzten. Außer einfachen Schnitzarbeiten verrichteten sie die anfallenden Nebentätigkeiten.
Um so viel wie möglich produzieren zu können, kam es innerhalb der Familie zur radikalen Arbeitsteilung und zu fast unbegrenzter Arbeitszeit. Nicht umsonst wurden beispielsweise die gedrechselten Reifentiere aus dem Erzgebirge "Elendsvieh" genannt. Trotz Mithilfe der gesamten Familie konnte in wirtschaftlich schwierigen Zeiten oder unter ungünstigen Bedingungen kaum genug verdient werden, um zu überleben."
(Ein Text aus dem Spielzeugmuseum Nürnberg)
 
Spielzeug
 
 
 

Kinderarbeit in der Sonneberger
Puppenfabrikation, um 1905

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