Leseprobe
"Renoir hatte die Angewohnheit, nicht zu Ausstellungszwecken bestimmte Leinwand oder Papier mit Studien von Köpfen zu füllen. Einzige Ausnahme ist dieses Gemälde aus dem Jahr 1883, das Renoir selbst als gelungenes Einzelstück bezeichnete. Der Maler schätzte diese skizzenhaften Zeichnungen, wenn ihm gerade das erforderliche Licht für die Ausführung eines Gemäldes fehlte, oder wenn es ihm an Lust und Laune mangelte, sich auf eine wichtige Arbeit zu konzentrieren.... Diese Skizzen waren zudem eine Art Vorbereitung auf das eigentliche Werk oder sie halfen, etwaige Probleme, die sich im Laufe wichtiger Arbeiten einstellen mochten, zu lösen. Bei diesen Kindern, von denen der Maler zahlreiche Porträts anfertigte, handelt es sich um die Kinder des Diplomaten und Bankiers Paul Bérard, mit dem sich Renoir anfreundete. Mehrfach bot sich Renoir die Gelegenheit, ihr Landhaus in Wargemont bei Dieppe aufzusuchen. Dort begegnete er des öfteren dem Maler Jacques-Emile Blanche, der sich der kleinen Bérards erinnerte als "wilde Rangen, die nicht lesen noch schreiben lernen wollten, mit windzerzaustem Haar, und die Reißaus nahmen, um auf den Feldern die Kühe zu melken". (S.106 - gekürzt)
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